Die Geodestination Ancares-Courel umfasst die Gemeinden A Fonsagrada, As Nogais, Baleira, Becerreá, Cervantes, Folgoso do Courel, Navia de Suarna, Negueira de Muñiz, O Incio, Pedrafita do Cebreiro, Ribeira de Piquín, Triacastela und Samos.

Die Gebirgsketten Sierra dos Ancares und Sierra do Courel erstecken sich über die Region von Lugo, zwischen Asturien und León. Sie stellen das größte Naturgebiet Galiciens dar. Ein grünes Reservat mit Eichen, Kastanien, Buchen, Haselnüsse ... Eine Gebirgslandschaft, die dank ihrer Unwegsamkeit in der Vergangenheit ihre ursprüngliche Schönheit erhalten hat. Dieses Gebiet gehört dem Wolf, der Wildkatze, dem Wildschwein, dem Reh und ist der letzte Zufluchtsort des Braunbären auf galicischem Boden.

Seit der Antike bewohnt, jedoch Jahrhundertelang von der Welt abgeschnitten, bietet dieses Gebiet Landschaften wie aus einer anderen Zeit und Dörfer wie aus dem Märchenbuch: wie O Cebreiro, Eingangstor zu Galicien über den Jakobsweg. In Os Ancares sind noch die „Pallozas“ erhalten, Hütten mit Strohdach, in denen bis vor nicht allzu langer Zeit Menschen mit Haustieren zusammen lebten. Glücklicherweise sind die „Pallozas“ heute Museumsstücke. Eine wunderschöne architektonische Überraschung erwartet uns mit der Kirche Hospital do Incio, die einzige romanische Marmorkirche Spaniens.

Das Erbe

In Ancares-Courel existiert eine dem Gebirge von Lugo sehr eigene Besiedlungsweise. Beispiele für das traditionelle Leben dieses Landkreises sind Weiler wie Froxán, in Folgoso do Courel, deren traditionelle Architektur zusammen mit der Erhaltung ihrer Traditionen und Bräuche sie in Kulturgüter verwandelt haben. Eine weitere ethnografische Reliquie dieser Zone ist die in der gleichen Gemeinde gelegene aldea de Seceda, ein lebendiges Museum, das sich in unmittelbarer Nähe zum Castro da Torre de Sobredo befindet, eine der besterhaltenen Castrosiedlungen dieser Region, das, umringt von einer bestechenden Naturlandschaft, ebenfalls einen ethnografischen Schatz darstellt.

Einige Ressourcen können ohne Georeferenz sein und sind deshalb nicht auf der Karte dargestellt.

Das religiöse Erbgut dieser Region besteht aus steinernen Wundern inmitten von üppiger Vegetation. In Becerreá ist ein Besuch der Kirche Santa María de Penamaior ein Muss; in O Incio, die Pfarrkirche des San Pedro Fiz do Hospital (die einzige romanische Marmorkirche der Iberischen Halbinsel), in As Nogais, die Kirche des Santo André mit interessanten Wandmalereien.

Auch die Wehrarchitektur ist in diesem Gebiet vertreten. Einige bewundernswerte Beispiele für befestigte Bauten sind: das Castelo-fortaleza de Burón (in A Proba de Burón-A Fonsagrada), das Castelo de Navia de Suarna oder der Torre de Doncos und die Fortaleza de Torés en As Nogais.

Schauplatz der Herrschaft der Grafen von Trastámara, der Grafen von Altamira und auch der Irmandinischen Revolte, sind in diesem Gebiet der Provinz Lugo noch einige Mámoas oder Medorras (Tumuli) erhalten, zu denen eine der bedeutendsten Megalithanlagen der nordöstlichen Iberischen Halbinsel gehört: die Necrópolis de Santa Mariña , dort wo dies Gemeinden O Incio, Samos und Sarria zusammentreffen. Auch die Tumuli der Pfarrgemeinde San Salvador in Negueira de Muñiz sind einen Besuch wert. In dieser Gegend sind auch Überreste der Castrokultur sowie aus der vorromanische Zeit erhalten wie die Pallozas de Piornedo oder die Pallozas do Cebreiro (einige von ihnen wurden in ethnografische Museen umgewandelt) und wie die wunderschöne Kirche der Santa María A Real do Cebreiro, der älteste vorromanische Tempel des Französischen Wegs; sowie Kulturgüter aus der Zeit der römischen Besetzung.

Der Alto do Cebreiro stellt den Anfangspunkt des Jakobswegs auf galicischem Boden dar und der Kelch des Wunders von O Cebreiro (der in dem Tempel erhalten ist und mit der Legende des Heiligen Grals in Verbindung steht) ist auf dem Wappen Galiciens zu sehen. Der Französische Weg geht von O Cebreiro nach Triacastela, wobei die Route diese Geodestination nicht verlässt, bevor sie einen ihrer bedeutendsten Schätze entdeckt hat, nämlich das Benediktinerkloster von Samos, das als eines der ältesten des Abendlandes gilt, sowie die außergewöhnliche Capela do Salvador, die auch unter dem Namen „Capela do Ciprés“ bekannt ist, da neben ihr eine über tausend Jahre alte Zypresse steht. Die Pilger des Primitiven Wegs betreten Galicien über den Pass Porto do Acevo in A Fonsagrada. Laut der Überlieferungen entstand der Ortsname Fonsagrada (heiliger Brunnen) aufgrund eines Brunnens im Dorf, der mit einem Wunder des Apostels Jakobus in Verbindung gebracht wird. Er war von einer armen Witwe gastfreundschaftlich bewirtet worden, woraufhin der Apostel zum Dank das Wasser eines Brunnens für die Kinder der Witwe in frische Milch verwandelte. Dieses Land ist voll von Legenden, Geschichten, Wundern und Herrlichkeit. Der Primitive Weg verlässt Ancares-Courel auf dem Boden der Gemeinde Baleira.

Naturgebiete

Was die Naturgebiete dieser Geodestination betrifft, die in sich Natur pur ist, muss hervorgehoben werden, dass Ancares-Courel in Red Natura 2000 zu einem Gebiet gemeinschaftlicher Bedeutung erklärt wurde, sowohl wegen seinem geologischen Wert, aber auch weil es als großes grünes Reservat Galiciens betrachtet wird (Os Ancares ist außerdem ein Vogelschutzgebiet, ein Nationales Jagdreservat und ein besonderes Schutzgebiet für den Braunbären).

Zu den bereits genannten Naturschutzgebieten gehören Waldgebiete wie die Bosques de Carballido, die Fraga de A Marronda,die Gegend um Negueira mit einem hügeligen Relief und wunderschönen landschaftlichen Kontrasten sowie die Anfänge des Río Cabe. Auch darf das Gebiet Cruzul-Agüeira nicht vergessen werden, das je nach Höhenlage aus Steineichen-, Eichen- oder Kastanienwäldern besteht.

Einige Ressourcen können ohne Georeferenz sein und sind deshalb nicht auf der Karte dargestellt.

In dieser Geodestination müssen zwei Biosphärenreservate genannt werden. Das gesamte Gebiet der Ancares Lucenses und der Berge Navia, Cervantes und Becerreá sowie das Reservat Río Eo, Oscos e Terras de Burón zu dem vier ihrer Gemeinden gehören.

Die spektakuläre Berglandschaft der Geodestination Ancares-Courel macht einen Teil der Naturschätze Galiciens aus, die darauf warten, von dem interessierten und wissbegierigen Reisenden entdeckt zu werden. Kaum einer könnte dies in Worten besser ausdrücken als der Dichter Uxío Novoneyra, der so seine Heimat beschreibt:

 “Courel dous tesos cumes que ollan de lonxe!
Eiquí síntese ben ou pouco que é un home...
"

 “Courel, das der hohen Gipfel, die von weitem blicken!
Hier lässt es sich spüren, wie klein der Mensch doch ist ...
"

Festlichkeiten und Gastronomie

Zu den volkstümlichen Traditionen dieses Landstriches gehören vor allem der Filandón de Músicas do Courel, ein Touristisch interessantes Fest in Galicien.

Und was die gastronomischen Traditionen betrifft, so sollte erwähnt sein, dass neben der köstlichen Bergküche hier ein Käse mit Geschützter Ursprungsbezeichung (D.O.P.) erzeugt wird, dem Queixo do Cebreiro, ein 100% natürliches Spitzenprodukt ohne Konservierungs- und Zusatzstoffe aus Kuhmilch.

HIGHLIGHT: Pallozas e bosques

Auf 1.200 m Höhe gelegen, im Herzen der Serra dos Ancares, ist der Weiler Piornedo einer der ethnografischen Highlights dieser Geodestination. Der Anblick der vierzehn uralten strohbedeckten steinernen pallozas versetzen den Besucher der besterhaltenen Siedlung aus jener Zeit in die vorrömische Epoche und lässt ihn in das authentischste Galicien überhaupt eintauchen.

Auch die Natur dieser Region ist noch vollkommen erhalten. Die Devesa da Rogueira ist eine ökologische Perle der Sierra del Courel, mit 30 Quatratkilometern Primärwald und einer beeindruckenden Baumvielfalt. Landschaften wie der Avesedo de Donís oder der Stechpalmenwald von Cabana Vella in Os Ancares charakterisieren sich durch ihre große Biodiversität.

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