RÍA DE PONTEVEDRA

Flussmündungen und Strände
195

Standort

Koordinaten :
42º 24' 58.1" N - 8º 41' 04.2" W

Beschreibung

Die Ria von Pontevedra zieht sich im Norden von der westlich des Strandes von Canelas gelegenen Landzunge von Cabicastro bis hin zur der sich im Süden erstreckenden Landzunge Centoleira. Die im Osten gelegene Spitze dieses Fjordes läßt sich wegen der Einmündung des Flusses Lérez nur schwer bestimmen, aber man kann annehmen, dass sie bei der Stadt Pontevedra liegt, wo der Fluss in das Meer mündet, in ca. 14 km Entfernung des Einganges der Ria, die sich mit ihrer perfekt ausgebildeten Keilform von Südwesten nach Nordosten in das Land gefressen hat.
Nicht sehr weit von der Küste entfernt und der Ria von Pontevedra vorgelagert, liegen die Inseln von Ons, die im Altertum noch besiedelt waren. Diese Inseln zeichnen sich zwar nicht durch so schroffe Formen aus wie die Inseln Cies, jedoch weisen die Inseln Ons ebenfalls eine sehr kontrastreiche Küstenlinie auf: Die der Ria zugewandte Seite ist weniger abrupt, der westliche Teil dagegen wird durch eine Steilküste geprägt, an der wir wieder auf die furnas stoßen, wie zum Beispiel die aufsehenerregende Cova do Inferno. Ebenso wie die Inseln Cies bieten auch die Inseln Ons der Fauna einen privilegierten Lebensraum. Die Inseln Ons wurden längere Zeit von Menschen bewohnt, die letzten verließen die Insel in den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Heute dient die Insel vorwiegend während des Sommers als Feriendomizil.

Die Ria von Pontevedra und die angrenzenden Landstriche haben, was Kunst und Geschichte betrifft, dem Besucher viel zu bieten. Um die Ria liegen so schöne Städte wie Pontevedra, Klöster wie das von Poio und - etwas weiter entfernt - Armenteira, Ortschaften wie Marín, Militärbasis und gleichzeitig Fischereihafen, oder Bueu, wo Fischfang und Muschelzucht eine wichtige Rolle spielen, Fremdenverkehrs- und Wohnanlagen wie Sanxenxo, Portonovo oder San Vicente von O Grove; malerische Dörfer wie Aldán - das am Ende einer kleinen Bucht liegt, die eine Verlängerung der Ria von Pontevedera ist - sowie Raxó, Combarro und Mogor.

Pontevedra, die Hauptstadt der Provinz, zeigt ein ausgewogenes Stadtbild und ist von gigantischen urbanistischen Maßnahmen verschont geblieben.
Hier hat man bei der modernen Stadtentwicklung den Zauber der Vergangenheit in der recht großen Altstadt glücklicherweise zu erhalten verstanden. Sie beherbergt schöne Kirchen wie die Reste von Santo Domingo, San Francisco, Santa María la Mayor, A Peregrina und ein Landesmuseum, das seiner vielfältigen Exponate wegen wahrscheinlich zum meistbesuchtesten von ganz Galicien gehört. Pontevedra war die Heimat vieler großer Seefahrer (Sarmiento, Nodales etc.), die aufbrachen, um für Spanien fremde Länder zu entdecken.
Ganz in der Nähe liegt Marín, eine moderne Stadt, in der kaum noch Spuren aus der Vergangenheit zu entdecken sind. Sie liegt am Fuße eines Berges, von dessen Aussichtsplateau aus man einen wunderbaren Blick auf die Rias von Vigo und Pontevedra genießen kann.
Am Rand der Ria liegt eine große Anzahl von Sandflächen, hinsichtlich des Fremdenverkehrs ist die von Sanxenxo von besonderer Bedeutung. Beweis dafür ist ihre im Sommer auf das Doppelte anwachsende Einwohnerzahl. Die neuen Konstruktionen ließen die Reste der alten Ansiedlung verschwinden, jetzt ist alles neu und modern.

Eine ganze andere Entwicklung war hinsichtlich des Strandes von A Lanzada zu beobachten. Es handelt sich hier um eine über 4 km lange Sandfläche, die zu den Gemeindegebieten O Grove und Sanxenxo gehört. Die Wiederherstellung der Dünenanlage hat zur Erhaltung des meistbesuchtesten Strandes von Galicien beigetragen. Um diese Gegend ranken sich schöne Legenden wie die über das Bad der "nove olas" das dazu dienen soll, einen Partner zu finden oder den Nachwuchs sicherzustellen. Am Rande des Gebietes stehen die Wallfahrtskirche von Santa María da Lanzada und der Torre da Lanzada, bei dem es sich wahrscheinlich um die Reste eines alten Leuchtturms handelt.
Weiter im Westen liegt O Grove, ein Ort, in dem die Meeresküche zum Kult geworden ist, den man in den verschiedenen Tascas, Tavernen und Restaurants "treiben" kann, in denen die köstlichsten Gerichte aus Fisch und Meeresfrüchten angeboten werden.
Wie eine kleine Verlängerung der Landzunge liegt die Illa da Toxa vor der Küste. Eine wunderbare Anlage mit hervorragenden Hotels, die in den ersten Jahren des vorigen Jahrhunderts errichtet wurden. Über die Nächte von A Toxa sagte Alvaro Cunqueiro einmal, dass "eine seltsame und sichere Ruhe herrscht, die nur vom Wind in den Pinien und dem aus der benachbarten Bucht von Lanzada herüberklingenden Meeresrauschen unterbrochen wird."

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