Die Kamelie ist eine der symbolträchtigsten Blumen Galiciens und ein untrennbarer Bestandteil der landschaftlichen und kulturellen Identität der Region. Sie wurde zwischen dem 18. und 19. Jahrhundert über die See- und Handelswege aus Portugal und anderen europäischen Ländern nach Galicien eingeführt. Im feuchten und gemäßigten Klima Galiciens fand sie die perfekten Bedingungen für ihr Gedeihen. Seitdem haben historische Gärten, Pazos (traditionelle galicische Herrenhäuser) und botanische Anlagen ein einzigartiges Erbe bewahrt und bereichert, das Galicien heute zu einer der wichtigsten international Referenzen für den Anbau und den Schutz der Kamelie macht.
Die Region Galicien setzt dabei nicht nur auf den dekorativen und kulturellen Wert der Kamelien, sondern zeichnet sich auch durch ihren Einsatz bei der Züchtung neuer Sorten aus. Eine Sorte (auch „Kultivar“ oder „Kulturvarietät“) ist eine Gruppe von Pflanzen, die vom Menschen aufgrund ihrer einzigartigen Merkmale – wie Größe, Farbe oder Form der Blüte – ausgewählt wird. Diese Merkmale müssen nach der vegetativen Vermehrung unterscheidbar, einheitlich und stabil bleiben, um ihre genetische Identität zu bewahren. Dies unterscheidet sie von der „botanischen Varietät“, die auf natürliche Weise entsteht. In den letzten 25 Jahren wurden mehr als 100 von Mitgliedern der Spanischen Kameliengesellschaft (Sociedad Española de la Camelia) gezüchtete Sorten registriert. Sie bereichern das außergewöhnliche botanische Erbe Galiciens und festigen den Ruf der Region als internationaler Maßstab in der Welt der Kamelie.